Offroad-Abenteuer in Tunesien
Die Weite der Sahara, anspruchsvolle Sanddünen und abgelegene Pisten machen Tunesien zu einem faszinierenden Ziel für Offroad-Reisende.
Im November und Dezember 2023 führte eine bimobil Offroad-Trainingstour von Genua durch Tunesien bis tief in die Sahara. Mit anspruchsvollen Sanddünen, Salzseen und abgelegenen Wüstenpisten stellte die Reise Mensch und Fahrzeug vor spannende Herausforderungen. Höhepunkte waren die Überquerung großer Dünen, Übernachtungen unter freiem Himmel und beeindruckende Panoramablicke am Tafelberg. Neben fahrerischem Können standen auch Gemeinschaft, tunesische Gastfreundschaft und unvergessliche Naturerlebnisse im Mittelpunkt.
Am 21. November 2023 trafen sich die Teilnehmer in der Nähe von Genua. Nach dem gegenseitigen Kennenlernen und einer ausführlichen Besprechung der geplanten Route ging es am nächsten Tag mit der Fähre nach Tunesien. Nach der nächtlichen Ankunft in Tunis führte die Reise zunächst zum ersten Übernachtungsplatz, bevor die Gruppe ihre Fahrt in Richtung Süden fortsetzte.
Am 24. November stand eine rund 450 Kilometer lange Etappe auf dem Programm. Die Teilnehmer konnten das Land individuell erkunden und dabei das tunesische Leben, kleine Ortschaften und weitläufige Plantagen kennenlernen. Am späten Nachmittag erreichte die Gruppe die historische Rommelpiste. Die technisch wenig anspruchsvolle Strecke belohnte mit einem beeindruckenden Ausblick über das Chott el Djerid, einen Teil des größten Salzseengebiets der Sahara. Übernachtet wurde in der Nähe eines Palmenhains. Die Familie des lokalen Guides bereitete mit Brick und Datteln traditionelle tunesische Spezialitäten zu.
Am folgenden Tag führte die Route über den Salzsee nach Douz. Bei einem Tee bot sich Gelegenheit, das Treiben der Stadt auf sich wirken zu lassen und die Farben, Gerüche und Atmosphäre des lokalen Marktes zu erleben.
Am 26. November begann das eigentliche Offroad-Abenteuer. Bereits wenige Kilometer hinter der Asphaltstraße machten erste Sandverwehungen eine Anpassung des Reifendrucks erforderlich. Die anfängliche Zurückhaltung wich schnell den ersten praktischen Erfahrungen: Einige Fahrzeuge blieben im Sand stecken und mussten befreit werden.
Die letzte Düne vor dem Tagesziel Tembaine erwies sich als besonders anspruchsvoll. Der markante Tafelberg liegt mitten in der Wüste und ist von weitläufigen Sandflächen umgeben. Da nicht alle Fahrzeuge die Passage auf Anhieb bewältigen konnten, entschied sich die Gruppe für zwei getrennte Nachtlager. Die verbleibenden Fahrzeuge sollten die Düne am nächsten Tag überwinden.
Am Morgen des 27. November wurden die Anstrengungen belohnt. Nach der erfolgreichen Querung eröffnete sich vom Tafelberg Tembaine ein atemberaubender 360-Grad-Panoramablick über das Grand Erg. Bei traditionellem Tee konnten die Teilnehmer die Weite der Wüstenlandschaft genießen, bevor die nächste große Düne in Angriff genommen wurde.
Die Fortschritte im Fahrkönnen waren bereits deutlich erkennbar. Zwar blieben einzelne Fahrzeuge weiterhin im Sand stecken, doch die Bergung gehörte zunehmend zur gemeinsamen Erfahrung. Schaufeln und Bergeausrüstung kamen regelmäßig zum Einsatz. Als sich der geplante Übernachtungsplatz schließlich als Gebiet mit besonders feinem Fech-Fech-Sand herausstellte, war erneut Improvisation gefragt. Am Abend kochte die Gruppe gemeinsam und ließ den ereignisreichen Tag in der Wüste ausklingen.
Am 28. November wurden abhängig von den Offroad-Eigenschaften der Fahrzeuge unterschiedliche Routen geplant. Die größeren Lkw sollten eine anspruchsvollere Strecke in Richtung Tembaine bewältigen, während die kleineren Fahrzeuge den Rückweg antreten sollten. Doch die letzte Düne machte auch den erfahrenen Fahrern zu schaffen. Die Gruppe entschied sich deshalb, mitten in der Wüste zu übernachten – ohne Mobilfunkempfang und ohne die Möglichkeit, den anderen Teilnehmern direkt Bescheid zu geben.
Unerwartete Hilfe kam schließlich von einem anderen Guide, der eine Nachricht überbrachte. So konnte ein Treffpunkt für den folgenden Tag vereinbart werden.
Am 29. November wartete bereits die nächste Herausforderung. Auf dem Weg nach Ksar Ghilane fiel bei einem Fahrzeug nach einer missglückten Sprungfahrt der Antriebsstrang aus. Erst nach längeren Bemühungen gelang es, das blockierte Differenzial zu lösen. Die Weiterfahrt zum Wüstencamp erfolgte teilweise in der Dunkelheit, doch schließlich erreichten alle Fahrzeuge sicher ihr Ziel. Ein gemeinsames Essen mit traditioneller tunesischer Folklore bildete den Abschluss des anstrengenden Tages.
Am 30. November stand die Überquerung der Düne von Zmela auf dem Programm. Erneut wurden die Fahrzeuge entsprechend ihrer Geländetauglichkeit aufgeteilt. Da die Sandbedingungen besonders weich waren, erforderte die Passage viel Zeit und fahrerisches Geschick. Die größeren Lkw erreichten den vorgesehenen Übernachtungsplatz nicht mehr und verbrachten die Nacht am Rand der Düne.
Am 1. Dezember führte die Route über kleinere Dünenfelder und vorbei an einem alten Ksar in Richtung der Oase Ksar Ghilane. Die Teilnehmer verteilten sich auf zwei Übernachtungsplätze: Während ein Teil die Gelegenheit nutzte, in der Oase zu übernachten, blieb die andere Gruppe in der Umgebung von Zmela.
Der letzte volle Reisetag am 2. Dezember brachte eine lange Überführungsetappe von rund 600 Kilometern in Richtung Norden. Die Strecke führte durch das Bergland von Matmata und bot noch einmal beeindruckende Ausblicke auf die abwechslungsreiche Landschaft Tunesiens.
Vor der Rückreise blieb Zeit für einen Besuch von Karthago. Am 3. und 4. Dezember verabschiedete sich die Gruppe schließlich von Tunesien und trat die Fährfahrt zurück nach Genua an. Rund 24 Stunden später endete dort die Reise – an dem Ort, an dem das gemeinsame Abenteuer begonnen hatte.
Die Offroad-Trainingstour bot weit mehr als spektakuläre Landschaften und herausfordernde Fahrpassagen. Sie verlangte den Teilnehmern fahrerisches Können, Geduld und Flexibilität ab und zeigte, wie wichtig gegenseitige Unterstützung im Gelände ist. Gemeinsame Erlebnisse, tunesische Gastfreundschaft und unvergessliche Nächte in der Sahara machten die Reise zu einem besonderen Abenteuer.
Auf bald, Tunesien!
Die ausführliche Version dieses Reiseberichts finde Sie unter: https://bimobil.com/tunesien-reise/
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